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Es gibt zur
Zeit in Deutschland ca. 97 Millionen
Lebens-versicherungen. Lediglich jede
zweite Police wird aber auch tatsächlich
bis zum vertraglich vorgesehenen Ablauf
geführt. Die andere Hälfte wird aus
unterschiedlichen Gründen vorzeitig
aufgelöst.
In einen finanziellen
Engpass kann zum Beispiel jeder kommen.
Die Gründe dafür können vielfältig sein,
wie etwa Arbeitslosigkeit, Krankheit
oder ein Kredit, der abbezahlt werden
muss. Ein finanzieller Bedarf kann aber
auch entstehen, wenn der Kauf einer
Immobilie geplant wird. Viele Deutsche
greifen in solchen Situationen auf die
Ersparnisse in ihrer Lebensversicherung
oder Rentenversicherung zurück.
Wer seine Lebensversicherung
vorzeitig auflöst, macht oft finanzielle
Verluste. Besonders in den ersten Jahren
der Laufzeit bleibt nach einer Stornierung
nur wenig von den eingezahlten Beiträgen
übrig, da die Anbieter die ersten Jahresprämien
mit der Provision verrechnen und zusätzlich
Kosten für Verwaltung und Risikovorsorge
abgezogen werden. Hinzu kommt, dass
bei einer Kündigung innerhalb der ersten
zwölf Jahre der Laufzeit zusätzlich
die Kapitalertragssteuer anfällt und
von dem Rückkaufswert abgezogen wird.
Seit einigen
Jahren gibt es für Versicherte eine
bessere Möglichkeit als die Kündigung
des Vertrages. Wer trotz aller guten
Vorsätze seine Lebensversicherung auflösen
muss, kann sie auf dem Zweitmarkt für
Policen verkaufen. Davon profitieren
alle Beteiligten, vor allem aber der
Versicherte: Sofern ein Verkauf der
Police möglich ist, können Mehrerlöse
im Regelfall zwischen zwei und sieben
Prozent erzielt werden. Der Versicherte
erhält also zwischen zwei und sieben
Prozent mehr, als er bei einer Kündigung
der Police erhalten würde. Befindet
sich die Versicherung noch innerhalb
der steuerlichen Bindungsfrist, sind
sogar Mehrerlöse bis zu 20 Prozent möglich.
Ein weiterer Vorteil des Verkaufs ist,
dass dem Versicherten auch ein Todesfallschutz
erhalten bleibt.
Jedoch kann
nicht jede Lebensversicherung oder Rentenversicherung
auch verkauft werden. Die Unternehmen
auf dem deutschen Zweitmarkt prüfen
einen Ankauf erst ab einem aktuellen
Rückkaufswert von mindestens 5.000 Euro.
Teilweise wird auch die Restlaufzeit
bis zum vertraglich vorgesehenen Ablauf
der Police beschränkt. Bei fondsgebundenen
Versicherungen muss der Rückkaufswert
mindestens 25.000 Euro betragen. Direktversicherungen
können auf dem Zweitmarkt nicht verkauft
werden.
Der Zweitmarkt
für Versicherungen wächst. Experten
schätzen, dass Policenkäufer 2007 bis
zu 1,5 Milliarden Euro für gebrauchte
Versicherungsverträge bezahlt haben.
Leider ist der Verkauf als Alternative
zur Kündigung jedoch immer noch nicht
ausreichend bekannt. Laut einer Untersuchung
des Allensbacher Instituts für Demoskopie
aus dem Jahr 2007 wissen nur 21 Prozent
der Berechtigten, dass eine Stornierung
nicht die einzige Möglichkeit ist. Experten
vermuten aber, dass bis zur Hälfte des
jährlichen Stornovolumens für den Zweitmarkt
interessant wäre. Seit langem fordern
Verbraucherschützer, dass Versicherungsgesellschaften
ihre Kunden auf alle Alternativen zur
Kündigung hinweisen sollten.
Einzelheiten
zu den Grundlagen des Zweitmarktes für
Lebensversicherungen und Rentenversicherungen,
der Geschichte dieses Marktes und den
Vorteilen für Verkäufer und Versicherer
finden Sie hier:
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