Warum
benötigt man eine Rechtsschutzversicherung?
Rechtsstreitigkeiten können erhebliche
Kosten verursachen und daher entscheidend
dafür sein, ob man einen Prozeß
zu führen bereit ist. Ein Rechtsstreit
tritt im Unterschied zu anderen Versicherungs-fällen
nicht unvorhergesehen sein. Daher kann man,
unter Berücksichtigung der persönlichen
Situation, Prioritäten bei der Wahl
der Leistungsarten setzen. Unterschieden
wird hier u.a. zwischen Verkehrsrechtsschutz,
Vertrags- und Sachenrechtsrechtsschutz,
Arbeitsrechtsschutz, Steuerrechtsschutz,
Sozialgerichtsrechtsschutz, Verwaltungsrechtsschutz
in Verkehrssachen und Straf- sowie Ordnungswidrigkeitenrechtsschutz
.
Rechtsschutzversicherungen greifen dort
nicht, wo andere Versicherungen, wie z.
B. eine bestehende Haftpflichtversicherung,
zur Regulierung von Streitigkeiten oder
Schäden eintreten müssen. Rechtsschutzversicherungen
decken auch keine Geldstrafen, zu denen
man in Straf- oder Zivilprozessen verurteilt
wird. Mittlerweile verfügt jeder
zweite deutsche Haushalt über eine
Rechtschutzversicherung.
Wer
sollte eine Rechtsschutzversicherung abschließen?
Die Rechtsschutzversicherung zählt
zu den Versicherungsarten, die man abschließen
kann, wenn andere Versicherungen, die der
Absicherung der verschiedenen Lebensrisiken
dienen, vorhanden. sind. Bestehen Haftpflicht,
Risikolebens-, Berufsunfähigkeit, Unfall-,
Krankentagegeld und Hausratversicherung
und es besteht noch finanzieller Spielraum,
dann kann man eine Rechtsschutz-versicherung
abschließen.
Zum versicherbaren Personenkreis zählen
Unternehmen und Privatpersonen. Bei Privatpersonen
sind oft der Versicherungs-nehmer, sein
Ehepartner oder Lebensgefährte, minderjährige
Kinder sowie volljährige, unverheiratete,
nichtberufstätige Kinder (bis zum
25. Geburtstag) in den Versicherungsschutz
einbezogen.
Welche
Rechtsschutzversicherung ist die Richtige?
Rechtsschutzversicherungen sind in der
Regel modular aufgebaut. Dies hat für
den Versicherungsnehmer den Vorteil, dass
er entscheiden kann, ob er ein alle Leistungsarten
einschließendes Komplettpaket wählt,
oder einzelne Module wählt, die auf
seine persönliche Situation zugeschnitten
sind.
Häufig von den Versicherungsgesellschaften
angebotene Pakete sind:
-Verkehrs-Rechtsschutz
-Fahrer-Rechtsschutz
-Privat-Rechtsschutz für Selbständige
-Berufs-Rechtsschutz für Selbstständige
-Rechtsschutz für Firmen und Vereine
-Privat- und Berufs-Rechtsschutz für
nichtselbständig Tätige
-Verkehrs-Rechtsschutz
-Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz
für Selbständige
-Rechtsschutz für Grundstückseigentümer
und Mieter
Der Versicherungsschutz hat europaweit
Gültigkeit und schließt auch
Mittelmeeranrainer wie Marokko, Algerien,
Tunesien usw. ein. Bei bis zu sechswöchigen
Auslandsaufenthalten wird von vielen Gesellschaften
auch weltweiter Versicherungsschutz gewährt.
Was
sollte man bei der Rechtsschutzversicherung
beachten?
1. Streitigkeiten, die bereits bei Abschluß
der Versicherung bestehen, sind nicht
durch die Versicherung abgedeckt. Bei
Abschluß besteht eine „Wartezeit“
von drei Monaten.
2. Sinnvoll, weil beitragsmindernd, ist
der Abschluß einer Versicherung
mit hoher Selbstbeteiligung, da die Inanspruchnahme
für kleinere Rechtstreitigkeiten
unverhältnismäßig ist.
Wichtig ist ein Schutz gegen hohe Summen,
wie z. B. bei Schmerzensgeldforderungen.
3. Im Versicherungsfall sollte man alle
Aktivitäten mit der Versicherungsgesellschaft
abstimmen. Eigenmächtiges Handeln
kann zum Verlust des Versicherungsschutzes
führen.
4. Bei Vereinbarung einer weltweiten Gültigkeit
des Versicherungs-schutzes sollte man
wissen, dass die Versicherungssumme in
der Regel auf 30.000 Euro beschränkt
ist und Anwaltsgebühren nur bis zur
dreifachen Höhe der vergleichbaren
Gebühren eines deutschen Anwalts
übernommen werden.
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